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Aufgabe:

Gegeben ist eine M20 x 2,5 Schraube mit der Länge 200mm. Diese wird nach Anschlag um 0,25 Umdrehungen angezogen.

Gesucht ist die Spannung im Schraubenschaft.


Mein Ansatz:

- Schraube Durchmesser: 20mm

- Abstand Gewindelängen : 2.5 mm

- 0,25 Umdrehungen: 0,625mm in axialer richtung

Spannung = F/A
A = (π\4)·d2
F = ?


Das Ergebnis wurde vom Prof auch schon gegeben: 268 N/mm2


PS: In der Aufgabe wird eine Hülse mit 3mm Wanddicke über die Schraube gezogen. Die Spannungen sollen aber für die Hülse und die Schraube allein bestimmt werden.

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Es fehlt noch die Angabe des Abstands aa zwischen Schraubenkopf und dem Beginn der Mutter oder der Gewindebohrung - je nachdem wo sie eingeschraubt ist.

Sowie solltest Du noch das Material oder den Elastizitätsmodul EE nennen. Davon ist dann die erreichte Spannung σ\sigma unmittelbar abhängig:

σ=Eϵ=E0,625mma\sigma = E \cdot \epsilon = E \cdot \frac{0,625 \text{mm}}{a}

.. gilt natürlich nur dann, wenn das umgebende Material (die Hülse?) nicht nachgibt. Eine Zeichnung wäre hilfreich.

Leider komme ich immernoch nicht auf die lösung

E Modul ist: 210000

Bild Mathematik

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Beste Antwort

.. achso! Die Hülse ist 200mm lang und nicht die Schraube - die muss länger sein, sonst bekommt man die Mutter nicht drauf!

Der Querschnitt ASA_S der Schraube (unter Vernachlässigung des Gewindes!) ist

AS=102mm2πA_S= 10^2 \text{mm}^2 \cdot \pi

und der Querschnitt AHA_H der Hülse ist

AH=(10+3)2mm2πAS=69mm2πA_H = (10+3)^2 \text{mm}^2 \cdot \pi - A_S =69\text{mm}^2 \cdot \pi

EE ist für beide gleich, da gleiches Material. σS\sigma_S sei die Spannung in der Schraube und σH\sigma_H die in der Hülse. Und ϵS\epsilon_S ist die relative Dehnung der Schraube und ϵH\epsilon_H die relative Stauchung der Hülse. Es gilt:

F=Aσ=AEϵASEϵS=AHEϵHF = A \cdot \sigma = A \cdot E \cdot \epsilon \quad \Rightarrow A_S \cdot E \cdot \epsilon_S = A_H \cdot E \cdot \epsilon_H

Weiter gilt, dass ϵS+ϵH=0,625/200=3,125103\epsilon_S + \epsilon_H=0,625/200=3,125\cdot 10^{-3} ist. Dies oben einsetzen:

ASϵS=AH(3,125103ϵs)100ϵS=69(3,125103ϵS) ϵS1,276103A_S \cdot \epsilon_S = A_H \cdot (3,125\cdot 10^{-3} -\epsilon_s) \\ \quad \Rightarrow 100\epsilon_S = 69 (3,125 \cdot 10^{-3} - \epsilon_S) \space \Rightarrow \epsilon_S\approx 1,276 \cdot 10^{-3}

und die Spannung in der Schraube

σS=EϵS=210000Nmm21,276103268Nmm2\sigma_S = E \cdot \epsilon_S = 210000 \frac{\text{N}}{\text{mm}^2} \cdot 1,276 \cdot 10^{-3} \approx 268 \frac{\text{N}}{\text{mm}^2}

Avatar von 4,7 k

Hallo Werner,
deine Antwort ist fantastisch !
Wo lernt man sowas ? Bauingenieur ?

Danke für das Kompliment - kein Bauing. sondern Maschinenbauer. Ist aber eher eine Standardaufgabe ... also nix besonderes.

Für mich war das eine Frage wie :
ein Schiff ist 123 m lang und 34 m breit.
Wie alt ist der Kapitän ?

Ein anderes Problem?

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